Bierstile: Von Pils bis Porter

Eine Reihe Biergläser von Pils über Weizen und Bock bis Porter und Stout vor einer Kreidetafel mit den wichtigsten Bierstilen

Die Bierwelt kennt Hunderte Stile. Die meisten lassen sich aber auf wenige Familien zurückführen: obergärig oder untergärig, hell oder dunkel, schlank oder kräftig. Diese Übersicht stellt die wichtigsten vor – besonders jene, die in den Städten der Quellreyche zu Hause sind.

Untergärige Biere

StilHerkunftCharakter
PilsPilsen (Böhmen), seit 1842hell, klar, betont hopfenherb, schlank
HellesMünchenhell, mild, malzbetont, wenig Bittere
ExportDortmund und andere Städtehell, etwas kräftiger als Pils, ausgewogen
MärzenBayern, Österreichgoldgelb bis bernstein, vollmundig; früher im März gebraut und bis in den Herbst gelagert
DunklesBayernkastanienbraun, malzig, Brot- und Karamellnoten
SchwarzbierThüringen, Sachsentiefdunkel, feine Röstaromen, überraschend leicht
Bockbierursprünglich Einbeck, dann Münchenstark, Stammwürze ab 16 Prozent; als Doppelbock noch kräftiger
KellerbierFrankenunfiltriert, naturtrüb, mild gehopft
RauchbierBambergMalz über Buchenholzfeuer gedarrt, deutlicher Rauchgeschmack

Obergärige Biere

StilHerkunftCharakter
Weißbier / WeizenBayernmindestens die Hälfte Weizenmalz, fruchtig nach Banane und Nelke, spritzig
KölschKölnhell, zart, obergärig, aber kühl nachgereift; in der Stange serviert
AltbierDüsseldorf und Niederrheinkupferfarben, malzig-herb, „alte“ obergärige Brauweise
Berliner WeisseBerlinleicht, spritzig, milchsauer; traditionell auch „mit Schuss“
GoseGoslar, später Leipzigsäuerlich, mit Salz und Koriander
MummeBraunschweighistorisch ein haltbares, sehr malzreiches Exportbier; heute eher ein Malzextrakt
Pale AleEnglandkupferfarben bis golden, hopfenbetont
India Pale Ale (IPA)England, heute weltweitkräftig gehopft, oft fruchtig-bitter
Porter und StoutLondon, Dublinschwarz, Röstaromen von Kaffee und Schokolade

Wie man Bier verkostet

Wer Bierstile unterscheiden lernen will, geht am besten in vier Schritten vor:

  1. Ansehen: Farbe, Klarheit, Schaum. Hält sich der Schaum? Ist das Bier klar oder trüb?
  2. Riechen: Das Glas leicht schwenken und riechen. Malz duftet nach Brot, Honig oder Karamell, Hopfen nach Blumen, Kräutern oder Zitrus, Hefe nach Frucht oder Gewürz.
  3. Schmecken: Einen Schluck im Mund bewegen. Süß, bitter, sauer? Wie lange bleibt der Geschmack?
  4. Spüren: Kohlensäure, Körper, Mundgefühl – schlank oder vollmundig?

Kleine Mengen genügen. Bei einer guten Verkostung zählt die Aufmerksamkeit, nicht die Menge.

Die richtige Temperatur

Zu kaltes Bier verliert sein Aroma. Als Anhaltspunkt: helle, schlanke Biere um 6 bis 8 °C, Weizen und Märzen um 8 bis 10 °C, kräftige und dunkle Biere wie Bock oder Stout um 10 bis 14 °C.

Bierstile und ihre Städte

Viele Bierstile sind eng mit einem Ort verbunden. Einige davon lassen sich in den Städten der Quellreyche erleben:

StilStadtQuellreych
RauchbierBambergBabenbergia
Berliner WeisseBerlinBerolina
AltbierMönchengladbach und NiederrheinGladebachum Monachorum
SchwarzbierEisenach, GörlitzFeldlager Ysen-Aha, Gorlitia
MummeBraunschweigBrunsviga
KellerbierLudwigshafen-OggersheimPfalzbruggen
MärzenRied im InnkreisCastellum Palustre
PilsSiegerland, Plauen, PeineAn der Sieg, Castrum Plaviense, Castellum Peinense
Lagerbier nach deutscher ArtPhiladelphiaFiladelfia

Alkoholfrei und leicht

Alkoholfreie Biere haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Sie entstehen entweder durch eine gestoppte Gärung, bei der kaum Alkohol entsteht, oder durch nachträgliches Entziehen des Alkohols. In Deutschland darf ein Bier als „alkoholfrei“ bezeichnet werden, wenn es höchstens 0,5 Prozent Alkohol enthält. Leichtbiere liegen mit etwa der Hälfte des üblichen Alkoholgehalts dazwischen. Wer bei einer Sippung fährt, findet also längst mehr als nur Wasser.

Welches Bier zu welchem Essen?

Bier ist ein hervorragender Essensbegleiter. Als Faustregel gilt: Leichte Biere zu leichten Speisen, kräftige zu kräftigen. Ein Pils passt zu Fisch und Salat, ein Weizen zu Weißwurst und hellen Gerichten, ein Märzen zum Braten, ein Rauchbier zum Geräucherten, ein Schwarzbier oder Stout zu Schokolade. Bei vielen Quellsippungen gehört die passende Atzung – wie Schlaraffen das Essen nennen – selbstverständlich dazu: Bratwurst in Bamberg, Leberkäs in Ludwigshafen, Bratwürste und Sauerkraut in Hof.

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