Quellreych VI

Schlaraffia Im Sachsenwald (389)

Reinbek · bei Hamburg, Schleswig-Holstein

Stimmungsbild zum Reych Im Sachsenwald: Uhu, grünes Reychsbanner und Wegweiser nach Reinbek und Hamburg am Waldrand

Bier im Sachsenwald: zwischen Schloss und Hansestadt

Für Reinbek selbst ist die Überlieferung dünn: Um 1600 bestand beim Amt und Schloss Reinbek eine Brauerei. Wie lange sie arbeitete und was sie braute, ist kaum belegt.

Umso reicher ist die Nachbarschaft. Hamburg war im Spätmittelalter eine der großen Brauerstädte der Hanse und führte sein Bier über Nord- und Ostsee aus. Diese Geschichte – und was heute im Hamburger Umland gebraut wird – ist ein dankbares Thema für die Quellsippungen im Sachsenwald.

Hansebier, Hamburger Brauereien und Stormarner Sud

Wie gewaltig das Brauwesen der Nachbarstadt war, belegen Zahlen der Stiftung Historische Museen Hamburg: Mitte des 14. Jahrhunderts arbeiteten in Hamburg bei rund 8.000 Einwohnern etwa 450 Brauereien, 1540 waren es 527. Das Bier ging in die Niederlande, nach Frankreich, England, Jütland und bis nach Island; den Pro-Kopf-Verbrauch schätzt man auf 500 bis 1.000 Liter im Jahr. Für die Mühlen wurde die Alster aufgestaut, ein Drittel ihrer Kapazität war den Brauern vorbehalten. Anfang des 19. Jahrhunderts waren nur noch 17 Brauer übrig; erst die Gewerbefreiheit von 1865 ebnete den Weg zu den großen Aktienbrauereien.

Deren bekannteste Erbin ist Holsten: Nach 140 Jahren in Altona, wo seit 1879 gebraut wurde, zog die Brauerei in einen Neubau in Hamburg-Hausbruch, der im November 2019 eröffnet wurde und rund eine Million Hektoliter im Jahr schafft; sie gehört zu Carlsberg Deutschland. Selbstständig geblieben ist Ratsherrn: Die Marke entstand 1952 bei der Elbschloss-Brauerei, seit 2012 braut die zur Familie Nordmann gehörende Brauerei in den denkmalgeschützten Schanzenhöfen von 1869. Neben Pils und Lager gehört ein Rotbier zum Sortiment, und im Juli 2025 lud die Brauerei zum vierten Mal zum Hoffestival.

Und Reinbek selbst? Um 1600 lagen außerhalb des Schlossareals, in dem sich auch die Brauerei befand, nur noch ein Krughaus und eine Schmiede – für die Durstigen war also gesorgt. Heute findet man handwerkliches Bier im Kreis Stormarn etwa in Grönwohld: Die Grönwohlder Hausbrauerei entstand 2009 aus einem Hobby und braut nach eigenen Angaben seit März 2009 Bierspezialitäten nach alter handwerklicher Tradition. Wer selbst zum Braumeister werden will, kann dort Brauseminare besuchen, in denen das Brauen mit gewöhnlichem Küchengerät vermittelt wird – eine hübsche Idee für eine Sippung, die mehr als nur probieren möchte.

Quellen: Wikipedia: Geschichte der Stadt Reinbek · Stiftung Historische Museen Hamburg: Kein Bier ohne Alster · Carlsberg Deutschland: Neue Holsten-Brauerei eröffnet in Hamburg-Hausbruch · Wikipedia: Ratsherrn Brauerei · about-drinks: Ratsherrn lädt zum Hoffestival (Juli 2025) · Website der Grönwohlder Hausbrauerei

Das Reych Im Sachsenwald

Das Reych Im Sachsenwald wurde am 13. November 1976 gegründet; Mutterreych ist die Lubeca aus Lübeck. Es trägt den Namen des großen Waldgebiets östlich von Hamburg und sippt in der Hubertusburg im nahen Hamburg-Bergedorf – der heilige Hubertus, Patron der Jäger, passt gut zu einem Reych, das nach einem Wald benannt ist. Die Reychsfarben sind Grün und Gold.

Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.

Die Quellsippung

Donnerstag, 14. Januar 2027, 19:30 Uhr
Quellsippung: Der Nutzen des Quells kann der Kraft der Götter gleichgesetzt werden

Im Sachsenwald wird eine steile These verhandelt: Der Nutzen des Quells kann der Kraft der Götter gleichgesetzt werden. Beweisführung am Abend.

Mehr zu dieser Quellsippung →

Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.