Bier in Görlitz: Landskron und die Oberlausitz
Görlitz ist Brauereistadt. Die heutige Landskron Brau-Manufaktur geht auf die 1869 gegründete Görlitzer Aktien-Brauerei zurück. Ihre Gebäude zählen zu den ältesten noch produzierenden Industriedenkmälern Deutschlands – wer durch die Brauerei geht, geht durch ein Stück Industriegeschichte.
Seit 2006 gehört Landskron zur Lohbeck-Familienstiftung. Bekannt sind das Landskron Pils und das Schwarzbier mit dem ungewöhnlichen Namen „Pupen-Schultzes Schwarzes“, das die dunkle Biertradition Sachsens fortführt.
Brauhöfe, Bierbann und Bierfehde in Görlitz
Das Görlitzer Bier hat eine lange und durchaus wehrhafte Geschichte. Brauen durfte im Mittelalter nur ein begrenzter Kreis angesehener Familien, die sogenannte Brauhöfe mit Kellern zur Lagerung besaßen. Die geräumigen Hallenhäuser der Altstadt dienten vielfach als solche Brauhöfe und trugen, so die Stadt, in beachtlichem Umfang zum Wohlstand der Kaufleute bei. Kaiser Karl IV. (1367) und König Matthias (1489) sicherten Görlitz zudem einen Bierbann: Im Umkreis von „anderthalb Meilen zurings um Görlitz“ durfte kein fremdes Bier verkauft werden.
Wie ernst man das nahm, zeigt die Bierfehde von 1490/91 mit Zittau, dessen Bier einen guten Ruf genoss. Görlitzer Trupps beschlagnahmten 1490 in Horka Kamenzer Bier und setzten Dorfkretschmer fest. Im Mai 1491 überfielen junge Görlitzer zwischen Rosenthal und Ostritz eine Zittauer Bierfuhre, „zerschlugen die Fässer und ließen das Bier auslaufen“. Zittau antwortete mit einem Fehdebrief und Überfällen auf Wendisch-Ossig und Heidersdorf. Der Landvogt beendete den Streit, untersagte beiden Städten weitere Übergriffe und verpflichtete Zittau zu 300 Gulden Schadensersatz – bezahlt war die Sache allerdings erst Jahre später.
Bei Landskron reift das Bier nach Wikipedia rund 40 Tage in den denkmalgeschützten Gärräumen von 1869; zum 15. „Braufest der Sinne“ kamen 2018 etwa 12.000 Besucher. Den Titel „östlichste Brauerei Deutschlands“ beansprucht inzwischen die Hausbrauerei in der Obermühle an der Neiße, einer 1305 erstmals erwähnten Mühle, die ein Pils und das kupferfarbene „Ghost“ braut. In der Altstadt verbindet Sudost an der Jakobstraße Brauerei, Bistro und Brauworkshop. Die Bierblume an der Neißstraße schloss dagegen im Sommer 2025. Im Umland braut die 1846 gegründete Bergquell-Brauerei Löbau das dunkle Lausitzer Porter.
Quellen: Wikipedia: Landskron Brau-Manufaktur · Stadt Görlitz: Die Bierfehde · Stadt Görlitz: Das Görlitzer Hallenhaus · Wikipedia: Obermühle (Görlitz) / Website der Obermühle · Wirtschaft in Sachsen: So geht es den Brauereien im Kreis Görlitz (Feb. 2026)
Das Reych Gorlitia
Die Gorlitia ist eines der jüngsten Quellreyche: gegründet am 18. Oktober 2014, als Tochter der Dresa florentis aus Dresden. Sie sippt in der Neißeburg „Citadelle“ in Görlitz – der östlichsten Stadt Deutschlands, deren Altstadt über die Neiße hinweg nach Polen blickt. Wer die Gorlitia besucht, erlebt, wie ein junges Reych alte Formen mit frischem Schwung füllt. Die Reychsfarben sind Blau, Gelb, Rot und Weiß.
Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.
Die Quellsippung
„Jeder Tag hat seine Plagen, ein Krüglein Quell schafft Wohlbehagen“ – die Gorlitia lädt an der Neiße zur Quellreychsippung.
Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.
Passend dazu im Bierwissen
Quellreyche in der Nähe
- Dresden – Dresa florentis (ca. 90 km)
- Meißen – Castellum Misena (ca. 110 km)
- Berlin – Berolina (ca. 190 km)
