Quellreych XVI

Schlaraffia Curia Salensis (316)

Hof · Oberfranken, Bayern

Stimmungsbild zur Curia Salensis: Uhu, Reychsbanner und Hofer Biere vor der Stadt an der Saale

Bier in Hof: die Bierstadt an der Saale

Hof nennt sich selbst „Bierstadt“, und das mit Recht: „Hofer Bier“ ist seit 1998 eine geschützte geografische Angabe. Damit gehört es zu den Bieren, deren Name an ihre Herkunft gebunden ist.

In Hof brauen die Familienbrauerei Meinel Bräu, gegründet 1731, und die Brauerei Scherdel, gegründet 1862. Meinel ist die letzte Familienbrauerei der Stadt; Scherdel gehört seit 2003 zur Kulmbacher Brauerei, die das Hofer Sudhaus Ende 2026 schließen will.

Schlappenbier und Brauerinnen: Hofs Biergeschichte

In Hof wird nach Angaben der Stadt seit dem 14. Jahrhundert Bier gebraut, und zeitweise war die Stadt die heimliche Bierhauptstadt der Gegend. Der Heimatforscher Norbert Goßler hat Zahlen aus dem Jahr 1582 ausgewertet: Hof braute damals rund 8.700 Hektoliter, Kulmbach etwa 5.400 und Bayreuth nur rund 5.100 – gut ein Fünftel des Biers im Markgraftum Bayreuth kam aus Hof. Im 19. Jahrhundert zogen Kulmbach und Bayreuth vorbei. Eine Postkarte um 1910 zeigt, wie präsent das Brauen war: Der Schlot von Schmidts Heiner-Bräu überragt den Turm der Lorenzkirche.

Hofs Bierfest schlechthin ist der Schlappentag am Montag nach Trinitatis. Er geht auf die Zeit nach der Zerstörung durch die Hussiten 1430 zurück; um 1432 entstand die Schützengesellschaft, deren Mitglieder der Überlieferung nach in ihren „Schlappen“ zum Schießen eilten. Dazu gehört das Schlappenbier, ein nur zum Fest ausgeschenktes Starkbier. Es kam zunächst von der Zeltbräu und nach deren Insolvenz ab 2011 von Scherdel. 2019 wurde der Schlappentag ins bayerische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen; 2026 wurde er zum 594. Mal gefeiert.

Nun steht ein Einschnitt bevor: Die Kulmbacher Brauerei hat im Oktober 2025 angekündigt, die Scherdel-Brauerei Ende 2026 zu schließen; 35 Beschäftigte sind betroffen, die Scherdel-Biere sollen im vogtländischen Neuensalz weitergebraut werden. Das Schlappenbier 2026 war damit das letzte aus Hof. Die Schützengesellschaft blieb im April 2026 dennoch bei Scherdel, obwohl sich Meinel beworben hatte. Meinel Bräu wird in 13. Generation von Frauen geführt: 1985 übernahm Gisela Meinel-Hansen als erste Frau, 2022 folgten ihre Töchter Gisela und Monika, beide Braumeisterinnen. Im Sortiment stehen 19 Biere, darunter ein Kellermärzen in Bio-Qualität.

Quellen: Meinel Bräu · Wikipedia: Scherdel · Frankenpost: Als Hof noch Bierhauptstadt war · Wikipedia: Schlappentag · Kulmbacher Brauerei AG: Scherdel-Betrieb wird eingestellt (2025) · nordbayern.de: Schlappenbier kommt ab 2027 aus Sachsen (2026) · Deutsche Handwerks Zeitung: Die 13. Generation (Meinel, 2022)

Das Reych Curia Salensis

Die Curia Salensis wurde am 21. Oktober 1950 gegründet; Mutterreych ist die Baruthia aus Bayreuth. Der Name ist die lateinische Form von „Hof an der Saale“. Gesippt wird in der Clausenburgk am Teufelsberg, in Grün und Rot. Mit dem benachbarten Castrum Plaviense in Plauen pflegt das Reych eine enge Freundschaft über die Landesgrenze zwischen Bayern und Sachsen hinweg.

Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.

Die Quellsippung

Dienstag, 3. November 2026, 19:30 Uhr
3. Quellsippung der Curia Salensis
mit Bratwürsten und Sauerkraut; Windmond-Schlaraffiade

Dritte Quellsippung der Curia Salensis in der Bierstadt Hof – mit Bratwürsten, Sauerkraut und der Windmond-Schlaraffiade.

Mehr zu dieser Quellsippung →

Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.