Was ist Schlaraffia?

Schlaraffia ist eine weltweite Vereinigung von Männern, die sich der Pflege von Kunst, Humor und Freundschaft verschrieben haben. Gegründet wurde sie 1859 in Prag. Heute gibt es Schlaraffenreyche auf mehreren Kontinenten – in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in den USA, in Südamerika, in Australien und in Asien.

Ein Spiel mit ernstem Kern

Schlaraffen treffen sich in ihrer „Burg“ zu Abenden, die „Sippungen“ heißen. Dort spielen sie ein heiteres Rollenspiel, das an ein mittelalterliches Rittertum erinnert – mit Rittern, Junkern und Knappen, mit einem Thron, mit Zeremoniell und mit einer eigenen, augenzwinkernden Sprache. Der Beruf, das Einkommen und der Titel aus dem Alltag bleiben vor der Tür. In der Burg zählt, wer etwas beiträgt: ein Gedicht, einen Vortrag, ein Lied, eine gute Pointe.

Hinter dem Spiel steht ein ernster Gedanke: Menschen sollen sich ohne Rang und Standesdünkel begegnen, sich gegenseitig zuhören und miteinander lachen. Die Schlaraffen nennen das die Pflege von Kunst und Humor im Geist der Freundschaft. Politik und Religion bleiben ausdrücklich draußen.

Was bei einer Sippung passiert

Eine Sippung dauert meist zwei bis drei Stunden. Sie folgt einer festen Ordnung, lässt aber viel Raum für Überraschungen. Die Mitglieder tragen „Fechsungen“ vor – eigene Texte, Gedichte, Musik oder Vorträge, oft zu einem Thema des Abends. Das Publikum dankt mit Beifall und schlaraffischen Zurufen. Zwischen den Beiträgen wird gegessen, erzählt und das Quell getrunken, wie Schlaraffen das Bier nennen.

Das Quell

Das Bier gehört zur Schlaraffia wie der Uhu, ihr Wappentier. Es ist Begleiter des Abends und Anlass für so manche Fechsung. Einige Reyche haben sich zu den Quellreychen zusammengeschlossen: Sie richten in jeder Winterung eine besondere Quellsippung aus, in der das Bier als Kulturgut im Mittelpunkt steht. Mehr dazu unter Das Quell in Schlaraffia.

Wer kann mitmachen?

Schlaraffia ist eine Vereinigung von Männern. Gäste – Schlaraffen nennen sie „Pilger“ – sind in den Sippungen willkommen, nach kurzer Anmeldung beim gastgebenden Reych. Wer mehrmals zu Gast war und Freude am Spiel findet, kann um Aufnahme bitten. Vorkenntnisse braucht es nicht, ebenso wenig künstlerisches Talent: Zuhören und Mitlachen sind die wichtigsten Beiträge. Für Partnerinnen und Familien gibt es in vielen Reychen eigene Veranstaltungen, etwa Feste und Ausflüge.

Sippungen im Winter, Freundschaft das ganze Jahr

Die Sippungszeit, die Winterung, dauert von Oktober bis April. Im Sommer ruht der regelmäßige Betrieb; dann gibt es Ausflüge, Sommerfeste und Treffen mit anderen Reychen. Schlaraffen besuchen sich gegenseitig über Ländergrenzen hinweg – in jeder Stadt mit einem Reych findet ein Schlaraffe Freunde, die er noch nicht kennt.

Als Gast vorbeikommen Häufige Fragen