Quellreych XV

Schlaraffia An der Sieg (323)

Siegen · Siegerland, Nordrhein-Westfalen

Stimmungsbild zum Reych An der Sieg: Uhu, Banner und Pils aus dem Siegerland vor Siegen mit dem Oberen Schloss

Bier im Siegerland: Irle, Krombacher, Erzquell

Das Siegerland ist Bierland. Schon 1618 wurde in Krombach Bier verkauft, und die Irle-Brauerei in Siegen-Kaan-Marienborn besteht seit 1693. Heute ist Irle eine Gasthausbrauerei mit eigenem Edel-Pils.

In unmittelbarer Nachbarschaft brauen Krombacher im Kreuztaler Ortsteil Krombach und die Brauerei Erzquell, deren Ursprünge in den 1880er-Jahren liegen. Die frühere Brauerei Weidenau ist erloschen; ihr Gebäude nutzt heute die Universität Siegen.

Felsquellwasser, Erzquell und ein Neustart bei Irle

Aus der Krombacher Schankwirtschaft von 1618 machte Johannes Haas 1803 eine eigenständige Brauerei; seit 1922 gehört sie der Familie Schadeberg, die sie bis heute führt. Der Werbespruch „mit Felsquellwasser gebraut“ stammt aus dem Jahr 1962 und ist seit 2010 als Marke geschützt. Gespeist wird er aus der 1722 entdeckten Krombacher Felsenquelle und 48 weiteren Brunnen. 2023 setzte Krombacher im Inland rund 5,74 Millionen Hektoliter ab; die Siegener Tourismusleute nennen sie „Deutschlands größte Privatbrauerei“. Nebenbei vertreibt das Unternehmen in Deutschland auch Schweppes.

Kleiner, aber ebenso quellwasserstolz ist Erzquell: Die Brauerei Siegtal liegt in Niederschelderhütte am Fuß des Giebelwalds, knapp jenseits der Landesgrenze in Mudersbach (Rheinland-Pfalz). Weiches Quellwasser aus einem Stollen im Giebelwald ist nach Angaben der Brauerei bis heute die Grundlage ihres Pils. Das Erzquell Pils entstand Anfang der 1970er Jahre gemeinsam mit der Schwesterbrauerei im oberbergischen Bielstein, die auch das Zunft Kölsch braut. Das Unternehmen ist in fünfter Generation in Familienhand; seit November 2024 führen Tina Haas und Sebastian Brack, der erste familienfremde Geschäftsführer seit über hundert Jahren.

Die Irle-Brauerei sicherte sich früh gutes Wasser: 1797 erwarb Johann Daniel Irle die Wasserrechte am Galmerich und legte eine Leitung zur Brauerei. Der Ausstoß wuchs von 2.500 Hektolitern 1893 auf den Höchststand von 120.000 Hektolitern 1972. Nach über drei Jahrhunderten verkaufte die Familie 2021; seit 2024 gehört der Betrieb Jens Bombosch, der das Brauhaus nach rund einjährigem Umbau am 26. Februar 2025 neu eröffnete, samt Kronleuchter aus Irle-Flaschen. Von der erloschenen Brauerei Weidenau ist ein Stil überliefert: ein dunkles Weizenbier mit Rohrzucker.

Quellen: Wikipedia: Irle-Brauerei · visitsiegen: Brautradition · Wikipedia: Krombacher Brauerei · Website der Erzquell Brauerei: Brauerei Siegtal · Radio Siegen: Irle-Brauerei in neuem Gewand (2025)

Das Reych An der Sieg

Das Reych An der Sieg wurde am 10. November 1952 gegründet und ist eine Tochter der Ob der Dill. Es sippt in der Fürst-Johann-Moritz-Burg in Siegen – benannt nach dem Siegener Grafen und späteren Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen, einer der bekanntesten Gestalten der Stadtgeschichte. Die Reychsfarben sind Blau und Orange; an der Burg gibt es Parkplätze direkt am Haus.

Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.

Die Quellsippung

Donnerstag, 29. Oktober 2026, 20:00 Uhr
4. Quellreychsippung

Vierte Quellreychsippung im Siegerland – dort, wo man seit Jahrhunderten weiß, dass gutes Bier und gutes Eisenerz aus derselben harten Gegend kommen.

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Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.