Bier in Celle: Carl Betz und das Celler Bier
In Celle braut die Brauerei Carl Betz, die sich als Deutschlands älteste Röstmalzbierbrauerei bezeichnet. Seit den 1980er-Jahren entsteht hier auch unfiltriertes Bier.
Unter der Marke Celler Bier gibt es unter anderem das Celler Naturtrüb, ein Pilsener und einen Bock.
Brauergilde, Farbebier und Brauhoffête in Celle
Celles Biergeschichte hat eine Urkunde: Am 11. Mai 1447 verlieh Herzog Friedrich der Fromme das Brauerprivileg. Danach durfte in den Krügen der Vogtei Celle nur „Celler“ ausgeschenkt werden. 1565 schlossen sich die Brauer zu einer Gilde zusammen, der später 90 Brauhäuser angehörten. Gebraut wurde im „Reihebrau“: Die Gilde bewahrte die Geräte in ihrem Amtshaus in der Zöllnerstraße 19 auf, dem heutigen Ratzeputz-Haus, und gab sie reihum aus. Wenn ein Sud geprüft und ausschankreif war, hing vor dem Brauhaus ein Kranz. 1847 endete der Reihebrau, und die Gilde verkaufte ihr Amtshaus.
Danach übernahmen private Brauer. August Schilling begann 1865 ausgerechnet im ehemaligen Gildehaus. Später braute er am Bremer Weg ein Lagerbier nach Pilsener Art, ein „Celler Augustiner“ und Bockbier. Um 1930 geriet die Firma unter den Einfluss der Lindener Aktienbrauerei aus Hannover, die das Brauen in Celle einstellte. Carl Betz, ein Kaufmann aus dem Westerwald, meldete 1893 eine Farbebier-Brauerei an. Sein Röstmalzbier lieferte er als Farbstoff für dunkle Biere an andere Brauereien. Erst im Mai 1984 setzte die Familie den ersten Sud für Trinkbier an: das Celler Urtrüb. Nach eigenen Angaben war es das erste Celler Bier nach etwa 50 Jahren Pause.
Heute leitet die vierte Generation der Familie die Brauerei am Waldweg. Frauke Betz und Braumeister Stephan Betz haben sie 2006 übernommen. Zum Sortiment gehört auch ein Stück Stadtgeschichte: Der Bekenner-Bock trägt den Namen von Herzog Ernst dem Bekenner, der die Reformation in Celle einführte. Das Celler Dunkel wurde zum 700-jährigen Stadtjubiläum gebraut, das Celler Weißbier gibt es seit 2006. Nach Angaben der Brauerei ist es herber gehopft als seine bayerischen Verwandten. Im August feiert die Brauerei ihre „Brauhoffête“, 2025 an drei Tagen. Aus der Pranger-Schänke im Rathauskeller kommt ausschließlich Celler Bier.
Quellen: Celler Bier · Website der Brauerei Carl Betz: Über uns und Historie · Celler Bier: Brauhoffête 2025 · Sammlung Barth Celle: Celler Biergeschichte · Sammlung Barth Celle: A. Schilling Brauerei
Das Reych Cell-Erika
Die Cell-Erika wurde am 19. November 1960 gegründet; Mutterreych ist das Castellum Peinense aus Peine, das seinerseits von der Brunsviga abstammt – drei Quellreyche, eine Familie. Der Name verbindet Celle mit der Erika, der Blume der Lüneburger Heide. Gesippt wird in der Heideburg in der Schuhstraße, in Blau und Weiß.
Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.
Die Quellsippung
Quell-Sippung in der Heideburg: Die Cell-Erika lädt nach Celle, wo Fachwerk, Heide und ein ganz eigenes dunkles Brauerbe zu Hause sind.
Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.
Passend dazu im Bierwissen
Quellreyche in der Nähe
- Peine – Castellum Peinense (ca. 30 km)
- Braunschweig – Brunsviga (ca. 50 km)
- Reinbek – Im Sachsenwald (ca. 100 km)
