Bier in Bamberg: Rauchbier und Brauereivielfalt
Bamberg ist für viele die Bierstadt schlechthin. Im 19. Jahrhundert gab es hier 62 Brauereien; heute sind es in der Stadt rund ein Dutzend, im Umland etwa 60. Kaum eine Region der Welt hat eine solche Dichte an Brauereien.
Berühmt ist das Rauchbier: Das Malz wird über Buchenholzfeuer gedarrt und gibt dem Bier seinen rauchigen Geschmack. Nach altem Verfahren mit eigener Mälzerei brauen es nur noch Schlenkerla und Spezial; Slow Food nahm das Bamberger Rauchbier 2017 in die „Arche des Geschmacks“ auf. Dazu kommen Brauereien wie Fässla, Mahrs Bräu, Keesmann und Klosterbräu.
Keller, Kerwa und Malz: Bierkultur in Bamberg
Die Wurzeln reichen tief ins Mittelalter: Eine Urkunde von 1122, in der Bischof Otto der Heilige das Braurecht gewährte, belegt, dass die Benediktiner auf dem Michelsberg schon damals brauten. Die Klosterbrauerei bestand bis 1969, fast 850 Jahre lang. In ihren Räumen zeigt heute das Fränkische Brauereimuseum, 1979 von einem Verein gegründet und 1986 eröffnet, nach eigenen Angaben über 1.850 Exponate vom Sudhaus über Kühlhaus und Gärkeller bis zu Emailschildern, Flaschen und Krügen. Wer danach durstig ist, hat es in Bamberg bekanntlich nicht weit.
Im Sommer gehen die Bamberger „auf den Keller“: Bierkeller heißen in Franken die schattigen Ausschankplätze über den alten Lagerkellern, wo man eine frisch angestochene Seidla trinkt, etwa am Spezial-Keller oder am Wilde-Rose-Keller. Schon 1605 soll am Stephansberg ein Bierkeller angelegt worden sein. Unter dem Stephansberg erstreckt sich zudem ein fast zwölf Kilometer langes Stollensystem, das durch Sandabbau im Keupersandstein entstand und später der Lagerung von Lebensmitteln und Bier diente; im Zweiten Weltkrieg nutzte man es als Luftschutzraum. Bei Führungen sind heute Teile davon zu besichtigen, bei acht bis neun Grad – kellerbierfreundliche Temperaturen.
Auch das Malz spielt in Bamberg in der ersten Liga: 1879 gründete der Getreidehändler und Schiffermeister Johann Baptist Weyermann die Malzfabrik Weyermann, deren Werk an der Memmelsdorfer Straße seit 1888 arbeitet und seit 1973 unter Denkmalschutz steht; Spezialmalze wie Carafa oder Caramünch gehen auf das Haus zurück. Im Festkalender stehen die herbstlichen Bockbieranstiche und die Sandkerwa, die seit 1951 im Sandgebiet an die Weihe der Elisabethenkirche erinnert. 2026 fand sie zum 76. Mal statt, mit dem Fischerstechen auf der Regnitz als Höhepunkt und rund 200.000 erwarteten Besuchern.
Quellen: Wikipedia: Aecht Schlenkerla Rauchbier · visitBamberg: Brauereien · Wikipedia: Fränkisches Brauereimuseum · Website des Fränkischen Brauereimuseums · Stollenführung Bamberg: Stollenanlagen am Stephansberg · Wikipedia: Malzfabrik Weyermann · Steigerwald News: Sandkerwa Bamberg 2026
Das Reych Babenbergia
Die Babenbergia wurde am 24. April 1920 gegründet; Mutterreych ist die Metis aus Metz. Ihr Name greift den der Babenberger auf, jener Adelsfamilie, auf deren Burg der Name Bamberg zurückgeführt wird. Gesippt wird in der Metisburg am Unteren Kaulberg, in Rot und Weiß – mitten in der Welterbestadt, in der sich hinter fast jeder Ecke ein Bierkeller verbirgt.
Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.
Die Quellsippung
Quell und Schalk in der Bierhauptstadt Franken: Die Babenbergia verbindet ihre zweite Quellsippung mit einem Heimat- und Mundartabend – Bratwurst inklusive.
Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.
Passend dazu im Bierwissen
Quellreyche in der Nähe
- Hof – Curia Salensis (ca. 90 km)
- Arnstadt – Zu den drey Gleichen (ca. 100 km)
- Plauen – Castrum Plaviense (ca. 110 km)
