Bier in Eschwege: Brauen im Kloster
Um 1880 gab es in Eschwege sechs Brauereien. Eine hat überdauert: Die Eschweger Klosterbrauerei, gegründet 1839, braut seit 1875 in den Gebäuden des ehemaligen Augustinerklosters – ein seltener Fall, in dem das Wort „Klosterbrauerei“ wörtlich zu nehmen ist.
Seit 2018 gehört die Brauerei der Brauerfamilie Klesper; eine ihrer Marken heißt Jacobinus. Die Bergschlößchen-Brauerei, 1912 übernommen, ist dagegen längst erloschen.
Mönchsbier, Brauerfamilien und Gerste von der Werra
Im Eschweger Kloster wurde lange vor der Familie Andreas gebraut. Das Augustinerkloster, 1278 von Augustiner-Eremiten gegründet, braute nach Wikipedia ab 1369 Bier, das die Mönche auch an Bürger ausschenken durften; um 1500 nutzten sie eine eigene Quelle. 1527 wurde das Kloster im Zuge der Reformation aufgelöst, der Großbrand von 1637 zerstörte die Gebäude, danach diente das Areal bis 1834 als Renthof. 1872 verkaufte Preußen es an die Stadt, 1875 an Bierbrauer Jacob Andreas. Die Kellergewölbe mit Kreuzgratdecke nutzt die Brauerei bis heute – Klosterbier also gewissermaßen in zweiter Auflage.
Gegründet hatte die Brauerei 1839 der Metzgermeister George Christoph Andreas im städtischen Brauhaus; nach dem Tod ihres Mannes Jacob übernahm 1892 Elise Andreas die Leitung. Fünf Generationen führte die Familie den Betrieb, ehe ihn 2018 die Klesper übernahmen, zu deren Brauerfamilie auch das Hochstiftliche Brauhaus Fulda, die Lauterbacher Burgbrauerei und Auerhahn-Bräu Schlitz gehören. Kurios: Nach Wikipedia braute Eschwege zwischen 2009 und 2013 im Lohnauftrag „Duff“-Bier, das Lieblingsgetränk von Homer Simpson – ein Pressebericht bestätigt, dass Duff dort gebraut wurde.
Ihr Einzugsgebiet beschreibt die Brauerei selbst als etwa „50 Kilometer um unseren Schornstein“. Unter dem Namen Eschweger Klosterbräu laufen Pils, Helles, Export und Alkoholfreies, unter Jacobinus Schwarzbier und Weizenbiere; 2025 kam ein Dunkel hinzu, auch alkoholfrei. Die Braugerste stammt von Landwirten aus dem Werra-Meißner-Kreis, die in der Braugerstengemeinschaft Werra-Meißner organisiert sind; 2025 belegte nach Angaben der Brauerei ein Landwirt aus Witzenhausen-Gertenbach den ersten Platz im Wettbewerb um Hessens beste Braugerste. Alle zwei Jahre feiert die Brauerei ein Brauereifest, zuletzt am 30. und 31. Mai 2026 mit Musikfrühschoppen und offener Brauerei.
Quellen: Wikipedia: Eschweger Klosterbrauerei · Wikipedia: Augustinerkloster Eschwege · Hochstiftliches Brauhaus Fulda: Brauerfamilie · Werra-Rundschau: Klosterbrauerei bringt neue Biersorten (Mai 2025) · Website der Eschweger Klosterbrauerei: Aktuelles · Wildwechsel: Die Eschwege-Springfield-Connection
Das Reych Am Eschenwege
Das Reych Am Eschenwege wurde am 29. Oktober 1949 gegründet und ist eine Tochter der Athenae Gottingenses aus Göttingen. Es sippt in der Grenzlandburg in Eschwege; der Name passt zu einer Stadt, die jahrzehntelang nahe der innerdeutschen Grenze lag. Die Reychsfarben sind Blau und Weiß.
Mehr über Geschichte und Leben des Reyches steht auf seiner eigenen Webseite.
Die Quellsippung
Zum Abschluss der Quell-Winterung lädt Am Eschenwege zur Quellreych-Sippung nach Eschwege – wo Bier seit 1875 im alten Kloster gebraut wird.
Termine aus der Sippungsfolge des Reyches. Änderungen sind möglich – bitte vor dem Besuch beim Reych nachfragen.
Passend dazu im Bierwissen
Quellreyche in der Nähe
- Eisenach – Feldlager Ysen-Aha (ca. 30 km)
- Arnstadt – Zu den drey Gleichen (ca. 70 km)
- Braunschweig – Brunsviga (ca. 120 km)
